Kategorie: Praxis Lesezeit: ca. 3 Min. Von: WeFixGraffiti.de

Graffiti ist entdeckt. Was jetzt? Eine geordnete Dokumentation und Abstimmung erleichtert die fachliche Entfernung und eine mögliche Schadenprüfung.

Hier ist die Schritt-für-Schritt-Abfolge.

Dieser Beitrag bietet praktische Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung. Maßgeblich sind der konkrete Versicherungsvertrag und die zugehörigen Bedingungen.

Schritt 1: Nicht sofort reinigen

Der häufigste Fehler: sofort mit Hausmitteln beginnen. Das kann die Dokumentation und eine mögliche Schadenprüfung erschweren, den Untergrund dauerhaft schädigen und die professionelle Entfernung aufwändiger machen.

Was stattdessen: Ruhig bleiben. Das Graffiti ist ärgerlich, aber keine akute Gefahr. Es gibt Zeit für die richtigen nächsten Schritte.

Schritt 2: Dokumentieren — Fotos machen

Bevor irgendjemand die Fläche berührt: Fotos machen.

Was aufnehmen:

  • Frontale Gesamtaufnahme der betroffenen Fläche
  • Detailaufnahmen einzelner Bereiche
  • Aufnahme mit Umgebungskontext (Hausnummer, Straßenname sichtbar)
  • Wenn möglich: Maßstab (Person, Tür, bekannte Referenz im Bild)

Warum das wichtig ist: Vorher-Fotos erleichtern die Prüfung von Umfang und Zustand des Schadens. Welche Nachweise erforderlich sind und wie fehlende Unterlagen bewertet werden, richtet sich nach dem jeweiligen Vertrag und den Versicherungsbedingungen.

Schritt 3: Einschätzen — handelt es sich um Priorität?

Zeitnah fachlich einschätzen lassen:

  • Typische Graffiti-Tags oder Farbschmierereien
  • Flächen ohne besondere öffentliche Sichtbarkeit

Sofortiger Handlungsbedarf:

  • Volksverhetzende, rassistische oder beleidigende Inhalte → sofort Polizei informieren und handeln
  • Touristisch oder stark frequentierte Lagen (z. B. Mitte, Ku’damm) → Reaktionszeit kurz halten
  • Mehrere Stockwerke Höhe mit Hebebühnenbedarf → zeitkritische Koordination

Schritt 4: Polizei informieren (empfohlen)

Viele Versicherungsbedingungen können bei Vandalismusschäden eine zeitnahe oder unverzügliche Anzeige verlangen. Prüfen Sie deshalb den Vertrag oder fragen Sie beim Versicherer nach. In Berlin kann eine Anzeige online oder bei einer Polizeidienststelle erstattet werden. Falls Sie Anzeige erstatten, die Vorgangsnummer aufbewahren.

Was angeben: Tatort (genaue Adresse), Tatzeitraum (wann entdeckt), Schadenbeschreibung (Fläche, Art des Graffitis).

Schritt 5: Versicherung prüfen

Prüfen Sie, ob Ihre Gebäudeversicherung den konkreten Vandalismusschaden erfasst und welche Meldewege, Fristen und Nachweise vereinbart sind. Den Versicherer im Zweifel möglichst zeitnah kontaktieren.

Was bereithalten: Fotos des Schadens, Vorgangsnummer der Polizei, Adresse des Objekts.

Schritt 6: Professionelle Entfernung beauftragen

Fotos des Graffitis + kurze Beschreibung des Untergrundtyps (Putz, Klinker, Beton, Metall?) und des Bezirks → einschicken. Nach vollständigen Angaben ist unser Ziel eine erste, unverbindliche Einschätzung zu Methode und Kosten innerhalb von 12 Stunden. Mehr zur professionellen Graffitientfernung in Berlin.

Was Sie vermeiden sollten:

  • Hochdruckreiniger auf Putz oder WDVS
  • Lösungsmittel ohne Untergrundkenntnis (Flecken auf porösen Materialien)
  • Drüberlackieren ohne Entfernung (lässt Umrisse durch, verschlechtert Untergrund)

Was nicht funktioniert — und warum

Drüberstreichen: Funktioniert kurzfristig, aber der Untergrund zeigt die Umrisse durch, und das nächste Graffiti haftet besser. Nicht empfohlen außer bei irreparablem Untergrundschaden.

Hausmittel (Backpulver, Essig, Nagellackentferner): Können auf bestimmten Untergründen Schäden anrichten, die teurer zu reparieren sind als das Graffiti selbst. Finger weg, außer Sie kennen den Untergrundtyp genau.

Unnötig warten: Mit fortschreitender Zeit können sich Farbe und Untergrund verändern. Wie stark der Entfernungsaufwand steigt und ob Rückstände bleiben, hängt unter anderem von Farbtyp, Porosität, Witterung und Vorbehandlung ab.


Kurz zusammengefasst: Möglichst vollständig dokumentieren → Vertragsbedingungen prüfen → gegebenenfalls Polizei und Versicherer informieren → professionelle Entfernung abstimmen. Fristen und Nachweise richten sich nach dem jeweiligen Vertrag.


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