Kategorie: Versicherung Lesezeit: ca. 4 Min. Von: WeFixGraffiti.de

Graffiti kann je nach Vertrag als Vandalismusschaden versichert sein. Ob Versicherungsschutz besteht, welche Nachweise erforderlich sind und welche Kosten berücksichtigt werden, ergibt sich aus der konkreten Police und den zugehörigen Versicherungsbedingungen.

Dieser Beitrag bietet praktische Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung.

Welche Versicherung ist zuständig?

Für Graffiti-Schäden an Gebäudefassaden kann eine Gebäudeversicherung mit entsprechendem Vandalismusschutz infrage kommen. Der genaue Umfang, mögliche Ausschlüsse und die versicherten Gebäudeteile unterscheiden sich je nach Vertrag.

Andere Versicherungsarten, etwa Hausrat-, Haftpflicht- oder Mietausfallversicherungen, haben andere versicherte Risiken und Gegenstände. Für Innenräume, Zugangstüren oder bewegliche Teile wie Rolltore kann daher je nach Einzelfall eine andere Police relevant sein. Maßgeblich bleiben die jeweiligen Vertragsbedingungen.

Was muss dokumentiert werden?

Welche Unterlagen und Schritte verlangt werden, steht im Versicherungsvertrag. Unabhängig davon erleichtert folgende Dokumentation die Prüfung:

1. Schaden vor der Beseitigung fotografieren Frontale Aufnahmen des Graffitis, möglichst mit Maßstab oder Referenzpunkt. Aus mehreren Winkeln. Bevor die Entfernung beginnt.

2. Bedingungen zur polizeilichen Anzeige prüfen Viele Versicherungsbedingungen können eine zeitnahe oder unverzügliche Anzeige verlangen. In Berlin kann sie online oder bei einer Polizeidienststelle erstattet werden. Falls eine Anzeige erforderlich oder im konkreten Fall angezeigt ist, die Vorgangsnummer aufbewahren.

3. Schadenmeldung beim Versicherer Vertraglich vereinbarte Meldewege und Fristen im Versicherungsschein sowie in den Bedingungen prüfen und den Schaden möglichst zeitnah melden. Bei Unklarheiten direkt beim Versicherer nachfragen.

4. Kostenbeleg der Entfernung Rechnung des beauftragten Dienstleisters mit Angaben zu Objekt, Datum, Leistungsumfang und Kosten.

Wichtig: Wir stellen Vorher/Nachher-Dokumentation und Kostennachweise standardmäßig und ohne Aufpreis aus. Wenn Sie uns vorab mitteilen, bei welchem Versicherer das Objekt versichert ist, können wir die Unterlagen entsprechend aufbereiten.

Welche Kosten werden erstattet?

Das hängt vom Versicherungsvertrag und der Prüfung des konkreten Schadens ab. Je nach vereinbartem Umfang können insbesondere folgende Positionen berücksichtigt werden:

  • Reinigungskosten (Entfernung des Graffitis)
  • Wiederherstellungskosten (wenn Oberfläche beschädigt wurde)
  • Ggf. Maler- und Putzarbeiten bei irreparablen Schäden

Ob präventive Schutzmaßnahmen wie Anti-Graffiti-Beschichtungen berücksichtigt werden, sollte vorab mit dem Versicherer geklärt werden. Ob sich eine solche Investition unabhängig davon wirtschaftlich auszahlt, hängt vom Objekt und der wiederkehrenden Belastung ab.

Selbstbeteiligung und Meldung

Viele Policen sehen eine Selbstbeteiligung vor. Ob eine Schadenmeldung wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich erst nach einer groben Kosteneinschätzung und dem Blick in den Vertrag beurteilen. Neben der Flächengröße können Untergrund, erforderliches Verfahren, Wiederherstellungsarbeiten und mögliche vertragliche Folgen einer Meldung eine Rolle spielen.

Auch wenn der geschätzte Aufwand unter der Selbstbeteiligung liegt, können vertragliche Anzeige- oder Meldeobliegenheiten bestehen. Im Zweifel sollte das Vorgehen mit dem Versicherer abgestimmt werden.

Schutz nach dem Schaden

Nach einem versicherten Schaden kann geprüft werden, ob eine Anti-Graffiti-Beschichtung für das konkrete Objekt sinnvoll ist. Ob Versicherer eine solche Maßnahme berücksichtigen, hängt vom jeweiligen Vertrag ab und sollte vorab direkt geklärt werden.

Ob ein Schutzsystem spätere Reinigungen beeinflusst oder wirtschaftlich passt, hängt von Untergrundaufbau, vorhandener Beschichtung, Oberfläche, Nutzung, Vorfallhäufigkeit, System sowie Reinigungs-, Erneuerungs- und Wartungsaufwand ab. Auf sensiblen oder beschichteten Flächen sollte die Verträglichkeit über eine Probefläche geprüft werden.